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TRUMP PLÖTZLICH TOP: Wie Tech-Giganten den US-Präsidenten umgarnen



Eine Fabrik in Texas. Arbeiter in blauen Kitteln stehen vor Fließbändern und bauen den Mac Pro zusammen, einen Luxuscomputer für 6000 Dollar. An einem Nachmittag im November gibt Apple-Chef Tim Cook dem US-Präsidenten Donald Trump dort eine Führung – schließlich handelt es sich um ein Vorzeigewerk.

„Das ist ein ganz besonderer Tag für mich“, sagt Trump, wie auf Videoaufnahmen zu hören ist. Er habe oft prophezeit, dass Apple eines Tages in den USA fertigen werde, nicht in China. „Und das“, fährt Trump fort, „ist nun passiert.“ Später legt er nach: „Heute habe ich eine große Apple-Fabrik eröffnet, die Arbeitsplätze nach Amerika bringt.“

Tatsächlich wurde das Werk nicht an jenem Nachmittag eingeweiht. Es ist schon seit sechs Jahren in Betrieb. Und der Mac Pro ist auch das einzige bedeutende Apple-Gerät, das in den USA produziert wird, alle anderen kommen aus China.

Was Trump in der Fabrik sagte, war also unwahr, wieder einmal, aber das wirklich Bemerkenswerte ist, dass Cook ihn gewähren ließ. Der Manager sprach kurz nach Trump, ohne die falsche Aussage zu korrigieren. Die Szene gibt einen Einblick in die Beziehung der beiden Männer. Und sie ist ein Symbol dafür, wie Amerikas Tech-Giganten versuchen, sich mit Trump zu arrangieren.

Wie das Silicon Valley, lange Zeit auf der Seite der amerikanischen Linken, sich nun mit den Republikanern gutstellen will. Apple, Facebook, Google, sie alle, so scheint es, schmeicheln sich bei Trump ein. Nur Amazon, der Konzern von Jeff Bezos, macht nicht mit.

Cook, der Apple-Chef, kritisierte Trump in der Vergangenheit oft, zum Beispiel für seine harte Politik gegenüber Einwanderern. Aber seit einiger Zeit will er das Verhältnis zum Präsidenten offenbar verbessern. Die beiden trafen sich zuletzt regelmäßig zum Dinner, Trump nennt Cook inzwischen sogar einen Freund.

Zudem sitzt Cook in einem Beraterzirkel des Weißen Hauses. Und jetzt bot er Trump in der texanischen Fabrik eine Bühne, um sich selbst zu loben und seine Gegner zu attackieren. Während des Besuchs bezeichnete Trump die Demokraten, die ihn des Amtes entheben wollen, als „inkompetent“ und als „Lügner“. Cook stand stumm daneben.

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